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Deutsche Krebsgesellschaft e.V. - publiziert am 3.12.2003
Deutsche
Krebsgesellschaft e.V. warnt vor "Raubkopien"
unter zertifizierten Brustkrebszentren
Den
Brustkrebsmonat Oktober möchte die Deutsche Krebsgesellschaft
e. V. nutzen, um die Patientinnen auf "Raubkopien"
unter den zertifizierten Brustkrebszentren hinzuweisen.
Erst vor drei Monaten hatte die gemeinsame Zertifizierung
von Brustkrebszentren durch die Deutsche Krebsgesellschaft
e.V. und die Deutsche Gesellschaft für Senologie begonnen,
doch findige Marketingfachleute wollen mit "Raubkopien"
das Werbepotential für sich nutzbar machen.
"Wir
wollen mit der Zertifizierung unsere Patientinnen korrekt
informieren und ihnen Orientierungshilfen zur Sicherung
einer optimalen Behandlung geben, doch derzeit sorgen selbsternannte
Brustkrebszentren für Verwirrung unter den betroffenen
Frauen", erklärt Prof. Klaus Höffken, Präsident
der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. besorgt.
Seit
Beginn der Zertifizierung haben acht Kliniken in Deutschland
das Gütesiegel der beiden Fachgesellschaften erhalten,
die die Bemessungskriterien erfüllen und eine optimale
Versorgung der Brustkrebspatientinnen sicher stellen. Die
Bemessungskriterien für eine objektive Zertifizierung
sind von unabhängigen Fachgesellschaften in einer evidenzbasierten
Leitlinie detailliert zusammengefasst und gewichtet worden.
Nur wenn eine Klinik die Anforderung erfüllt, erhält
sie auch das Gütesiegel.
Die
insbesondere von der EU-Abgeordneten Jöns geäußerte
Kritik am Zertifizierungsverfahren Deutscher Brustzentren
geht nach Ansicht von Höffken in die falsche Richtung.
"Wir sollten gemeinsam dafür sorgen, dass Patientinnen
mit Brustkrebs nur noch in Zentren mit einem Gütesiegel
behandelt werden, statt durch Kritik an dem Verfahren der
Fachgesellschaft die Patientinnen zu verunsichern",
sagte Höffken.
Aufgrund
mangelnder Qualitätsstandards in der Diagnostik und
der Therapie starben bislang jährlich etwa 2.500 Brustkrebspatientinnen
in Deutschland. Nur jede zweite Frau erhält derzeit
eine Behandlung nach internationalen Standards - eine solche
Zahl erfordert eine schnelle Optimierung der Versorgung
und eine Anhebung der Behandlungsqualität. Aus diesem
Grund haben die Deutsche Krebsgesellschaft und die Deutsche
Gesellschaft für Senologie mit der Zertifizierung begonnen.
Der Zertifizierungsgedanke im medizinischen Bereich ist
in Deutschland noch relativ neu und daher sind Begriffe
wie "Brustkrebszentrum" ungeschützt.
Bis
deutschlandweit Zertifikate erteilt sein werden und jede
Frau das zertifizierte Brustzentrum in ihrer nahen Umgebung
kennt, wird noch einige Zeit vergehen. Um in dieser Situation
den Informationen suchenden Frauen mehr Transparenz und
Sicherheit zu bieten, hat die Deutsche Krebsgesellschaft
eine Checkliste für Patientinnen veröffentlicht.
Diese Checkliste stellt kurz und einfach verständlich
vor, welche Kriterien eine Klinik oder ein Verbund in jedem
Fall erfüllen sollte. Sie bietet Anhaltspunkte dafür,
mit welchen Fragen die Gütequalität eines Zentrums
näherungsweise eingeschätzt werden kann.
Liste der derzeit zertifizierten Brustkrebszentren
hier
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